Die technische Ausstattung einer Molkerei

Molkereien verfügen über allerlei technische Gerätschaften und Maschinen, um die Milch weiterverarbeiten zu können. Bevor die Milch in den Handel kommt, muss sie speziell 'aufbereitet' werden. Nachdem die Milch behandelt wurde, wird sie entweder in Flaschen oder Tetra Packs abgefüllt oder aber zu anderen Milchprodukten wie zum Beispiel Joghurt, Sahne, Butter, Käse oder Quark weiterverarbeitet. Auch hierfür sind spezielle Maschinen erforderlich.

 

Um die Milch vom Bauern abholen zu können, benötigen die Molkereien Kühl-Tanklastwagen. Die Milch des Bauern ist je nach Lagerzeitraum auf bis zu 6 Grad herunter gekühlt. Damit die Kühlkette nicht unterbrochen wird und die Milch nicht verdirbt, wird sie direkt aus den Milchtanks des Bauern, in den Kühl-Tanklastwagen gepumpt. In der Molkerei wird sie ebenfalls in speziellen Tanks gelagert.

 

In der Molkerei wird die Milch vor der weiteren Verarbeitung gereinigt. Die Milchreinigung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Die Molkereien möchten den Verbrauchern jedoch einen hohen Qualitätsstandard garantieren können. Die Milchreinigung erfolgt über eine Zentrifuge, die als Separator bezeichnet wird. In diesem wird die Milch in rasantem Tempo bewegt, also geschleudert. Verunreinigungen sowie schwere Inhaltsstoffe werden nach außen gedrückt. So wird die Milch unter anderem vom Rahm befreit. Die Milch ist, nachdem sie die Zentrifuge durchlaufen hat rein und praktisch fettfrei. Um den Fettgehalt der Milch zu bestimmen, wird der Milch im Anschluss wieder in entsprechender Menge Rahm hinzugefügt.

 

Die Milch durchläuft danach für gewöhnlich den Homogenisator. Dieser dient dazu, um die Viskosität, also die Zähflüssigkeit bzw. die Fließfähigkeit von Milchprodukten wie Sahne einzustellen. Die Milch wird durch Düsen gepresst. Dabei lösen sich Milchfettklümpchen so auf, dass sie nicht mehr an die Milchoberfläche steigen. Durch das Homogenisieren wird die Milch vollmundiger und leichter verdaulich.

 

Die sogenannte Rohmilch ist ein leicht verderbliches Lebensmittel. Auch wenn die Milch auf dem Bauernhof noch so sauber gewonnen wird, können bei der Milchgewinnung Keime in die Milch gelangen.

Darum wird die Milch erhitzt. Keime und Krankheitserreger werden durch das Erhitzungsverfahren abgetötet. Gleichzeitig wird die Milch durch das Verfahren haltbar gemacht.

 

Für die Wärmebehandlung gibt es verschiedene Verfahren. Beim Pasteurisieren fließt die Milch für 15 bis 30 Sekunden durch einen Plattenerhitzer. Die Platten des Gerätes sind auf bis zu 75 Grad aufgeheizt. Durch das Pasteurisieren sterben Krankheitserreger ab. In der Milch können jedoch noch Mikroorganismen enthalten sein, die die Milch verderben lassen. Aus diesem Grund muss pasteurisierte Milch im Kühlschrank aufbewahrt werden.

 

H-Milch wird ultrahocherhitzt und für 1 bis 4 Sekunden auf mindestens 135 Grad erhitzt. Die Milch wird dabei durch eng aneinander liegende Platten gepresst, die gerillt sind. Die Platten werden durch Wasserdampf erhitzt, der auf der Rückseite der Platten vorbei läuft. Schädliche Mikroorganismen werden durch diesen Vorgang abgetötet.

 

Beim sogenannten Sterilisieren wird die Milch zwischen 10 und 30 Minuten auf bis zu 120 Grad erhitzt. Dadurch sterben alle Keime ab und die Milch ist in der ungeöffneten Verpackung für einen Zeitraum von mindestens einem halben Jahr haltbar.

 

Für die Verarbeitung der Milch zu anderen Milchprodukten wie Käse, Joghurt und Quark sind noch weitere Maschinen wie ein Käsefertiger oder eine Quarktrommel sowie Geräte zur Fermentation und zum Eindampfen erforderlich. Ferner verfügt die Molkerei über Abfüllmaschinen und Mischmaschinen, die den Joghurt mit der Fruchtzubereitung vermengen.